Giorgio Agambens Archäologie und Messianismus

Dedika 2019 Berlin – Ein philosophischer Bericht

Mitte Juni fand in Berlin die alljährige Dedika Woche statt, während der das Instituto italiano di cultura berlino der Hauptstadt eine wichtige Persönlichkeit ihres Landes vorstellt. Dieses Jahr war es Giorgio Agamben, einer der einflussreichsten italienischen Philosophen der Gegenwart. Agamben ist bekannt als Herausgeber der Gesammelten Schriften Walter Benjamins in Italien, für Ausführungen zum Homo sacer und dem wirklich gewordenen Ausnahmezustand, und inspirierte viele mit seiner eigentümliche Verschränkung verschiedenster Denker – Carl Schmitt, Walter Benjamin, Martin Heidegger, Michel Foucault und Hannah Arendt. In Frankreich sind solche Spagate üblich und verbreitet, in Deutschland jedoch spektakulär. Alle seine  Auftritte füllten jegliche Platzkapazitäten, sodass sich nicht selten mehr Leute draußen vor der Tür befanden als drinnen im Raum, oder noch im Flur mühselig versuchten nach seinem stark italienisch getönten Englisch zu horchen. Das Publikum war ebenso bunt durchmischt wie Agambens Quellen und Themen. Studenten aller Nationen und Kulturen, aus Spaß oder seriösem akademischen Interesse, hörten ihm zumeist begeistert zu, wie er mal von jüdischem Messianismus, von römischer Rechtslehre oder auch vom Heiligen Paulus sprach. Zu den ersten Auftritten gehörte das Seminar am Judaistik Institut der FU zu „Walter Benjamins Messianismus“. Die Woche endete schließlich mit einem abendlichen Vortrag an der UdK, wo er über das weite Thema „Homo sacer“, dass sein gesamtes Werk betitelt, sprechen sollte, schließlich aber nur etwas zu seiner Methode, der „Philosophischen Archäologie“ sagte. Zwischen beiden Themen ergab sich mir eine interessante Verbindung. Aber steigen wir erst einmal hinab in die Dunkelheit, zu der die Archäologie bestimmt sein soll und begeben uns mit Thomas Mann auf die „Höllenfahrt“ zum Anfang:

„Tief ist der Brunnen der Vergangenheit. Sollte man ihn nicht unergründlich nennen? (…) Da denn nun gerade passiert es, daß, je tiefer man schürft, je weiter hinab in die Unterwelt des Vergangenen man dringt und tastet, die Anfangsgründe des Menschlichen, seiner Geschichte, seiner Gesittung, sich als gänzlich unerlotbar erweisen und vor unserem Senkblei, zu welcher abenteuerlichen Zeitlänge wir seine Schnur auch abspulen, immer wieder und weiter ins Bodenlose zurückweichen.“

Denn einen Anfang gibt es gar nicht. Ihn muss jede Tradition, Kultur oder geistige Forschung immer erst setzen um den Rausch jener „Höllenfahrt“ sanft zu beenden und die eigene Existenz oder die einer Gesellschaft zu beruhigen. Ursprünge gibt es somit eigentlich viele, nur – man könnte sagen – einen Ur-Ursprung nicht. Ähnlich präsentierte Giorgio Agamben auch seine philosophische Methode in Berlin.

Er warnte vorab davor, zu glauben, eine Methode wäre nur etwas dem Denken vorangehendes und von ihm abgesondertes. Nein, seine Methode der Archäologie soll kein apriorisches Instrumentarium sein, sondern ganz mit seinem Denken zusammenfallen. Das Wort Arché, so erinnert er, kommt aus dem griechischen und hat zwei Bedeutungen: einerseits der Boden, Grund und Ursprung und andererseits, wie wir ihn aus dem Wort „An-archie“ kennen, die Herrschaft. Die Archäologie soll etwas sein, bei dem man im Boden gräbt und nach solchen Ursprüngen sucht. Bekanntlich verbietet es uns Michel Foucault in seinem Essai „Nietzsche, die Genealogie, die Historie“ das Wort Ursprung – außer etwa im ironischen Sinne – zu gebrauchen. Michel Foucault versucht in dem Essai anhand von Nietzsches Gebrauch von Begriffen wie „Ursprung“, „Herkunft“ und „Entstehung“, die dieser in seinem Vorwort zur Genealogie der Moral bedacht verwendet und unterschieden hatte, zusammenzufassen und zu rekonstruieren, um damit zu erklären, was diese Methode der Genealogie bei Nietzsche sein soll, da er selber vorhat, wofür er dann bekannt geworden ist, ihr – oder der von ihm rekonstruierten Methode – zu folgen. Zu erst einmal kommt er aber zu dem einfachen Schluss, dass die genealogische Methode „einer Suche nach dem Ursprung“ widerspricht. Die gesamte abendländische Tradition suchte nach dem einen Ursprung, dem einheitlichen und übergeordneten Prinzip, auch manchmal einfach Gott genannt. Doch einen solchen ewig einen Ursprung, der alles erklären könnte gibt es nicht. Der Ursprung ist nämlich in Nietzsches Worten immer eine „Erfindung“, ein „Kunststück“ und Werk eines „Schwarzkünstlers“. Ursprünge sind somit unwesentliche und schleierhafte Konstruktionen, wie eigentlich alle anderen Dinge auch. Alles ist Kulturell und Artifiziell, es gibt kein Sein hinter dem Schein, sondern nur den Schein als solchen. Anstatt nach einem solchen einheitlichen und göttlichen Ursprung zu suchen sollte man nach der Herkunft von Dingen schauen, nach deren Entstehungsbedingungen, wie eine Kultur oder eine Praxis einen Schein von Wahrheit zustande kam oder erschaffen wurde. Damit wird man eine nihilistische Willkürlichkeit der Phänomene erkennen, die weniger natürlich und absolut ist als – und hier knüpft natürlich Foucaults Denken an – historische Machtkämpfe und Machtverhältnisse darstellen. Alle Ursprünge und Wahrheiten sind vielmehr Machtausdrücke einer Kultur. Hier kommt die Doppeldeutigkeit der Etymologie Arché wunderbar zur Geltung.

Agambens Methode der Archäologie hat natürlich seine Wurzeln in dem Denken Foucaults, der ja bereits ein Werk mit dem Namen Archäologie des Wissens geschrieben hatte. Aber er erneuert seine Herangehensweise, indem er trotz Foucaults Verbot sich eben doch mit Ursprüngen einlässt. Natürlich bindet er das postmoderne Denken nicht zurück an die traditionelle Abendländische Philosophie und geht leichtsinnig wieder auf die Suche nach der Einheit von dem Guten, Wahren und Schönen. Nein, das wäre dann vielleicht doch ein zu großer Spagat. Sondern er beschäftigt sich mit den jeweilig neu gesetzten Ursprüngen im Denken im Sinne Foucaults und Nietzsches als spezifisch kulturell hervorgebrachten „Kunststücken“. Ursprünge sind nämlich im Dunklen und Verborgenen gebliebene Kluften und Abgründe über die das Denken hinweggegangen war und überspringen musste. Ob von Avarroes zur Scholastik, von ihr zu Descartes’ Rationalismus, jedes Mal hatte sie bestimmte Möglichkeiten verwirklicht und andere in der Schlucht zurückgelassen. Jeder dieser neuen Ursprünge war somit viel eher ein Sprung über die Kluft ins Neue. In Goethes Wahlverwandtschaften sieht Walter Benjamin deshalb auch den „Sprung“ den das Liebespaar bei Goethe in den See – und, da beide nicht schwimmen können, in den Tod – einen Vergleich zur Geschichte. In der Geschichte genügt nur ein Sprung, der einen Sprung (wie den einer Teetasse) in der Geschichte schafft und zum Ursprung eines Neuen Zeitalters oder Denken wird.

Er geht im gewissen Sinne in Heideggers Spuren, den er 1966 in Südfrankreich kennenlernte, der damals hinter Platons ontologischen Weichenstellung zu den Vorsokratikern sich aufmachte um alte Dinge neu und gleichzeitig ursprünglich zu verstehen. Das merkwürdige und gar paradoxale Zusammenspiel von Alt und Neu erinnert an die Diskussion in Thomas Manns Doktor Faustus im Münchner Salon von Frau Rodde und ihren Töchtern, in dem der Generalintendant Baron Riedesel, der aus konservativer Gesinnung heraus nur Barock- und Klassik von Bach, Händel und Haydn hört, sich entschieden gegen das neue „Modern-Aufrührerische“ eines Tchaikovsky oder der Gleichen wehrt und das Wort „Fortschrittlich“ immer nur als abwertenden Ausdruck benutzt, sich in ein peinliches und komisches Gespräch mit dem Privatgelehrten Dr. Chaim Breisacher verwickelt, der mit boshaften Vergnügen und dialektischer Redefertigkeit ein „Frondieren gegen bürgerlich-liberale Wertsetzung von der anderen Seite, nicht von vorher, sondern von nachher“ fordert, eine Art fortschrittlichsten Konservatismus anstrebt und den armen Baron in seinem Kavalierskonservatismus durch seine Radikalität übertrumpft und gleichzeitig zu etwas Revolutionärem und Avantgardistischen macht, das den Baron trotz aller Zustimmung dann doch sehr verwirren musste und ihm eine schlaflose Nacht bereitete. Diese scheinbar harmlose und spöttische Szene dreht sich einige Kapitel später ins Schicksalhaft-Tragische, was bei Thomas Mann nicht ungewöhnlich ist, da für ihn „Tragödie und Komödie auf dem selben Holz wüchsen und ein Beleuchtungswechsel genüge, aus dem einen das andre zu machen.“ Durch beide Szenen schleicht sich das bereits aus der Josephs-Tetralogie bekannte Leitmotiv der Kugel an, dessen kreisförmige Bewegung, bei der das „nach hinten“ gleichzeitig ein „nach vorne“ bedeutet, sowohl die Genialität von Adrian Leverkühns Musik kennzeichnet, die Besonderheit des Deutschtums ausmacht, aber eben so gut in seiner primitiven und peinlichen Missdeutung zum schlimmsten Verhängnis der Deutschen geworden ist.

„Der Weg um die Kugel, von dem in den quälend gescheiten Unterhaltungen [im Münchner Kreis] die Rede gewesen war, dieser neue Weg, in dem Rückschritt und Fortschritt, das Alte und Neue, Vergangenheit und Zukunft eins wurden, – hier [in Adrians Oratorium] sah ich ihn verwirklicht durch ein neuigkeitsvolles Zurückgehen über Bach und Händels bereits harmonische Kunst hinaus in die tiefere Vergangenheit echter Mehrstimmigkeit.“

Die Aufgabe der Archäologie ist es, aus dem einheitlichen Ursprung oder oberen Prinzip eine Mehrzahl an verschiedenen Ursprüngen und Prinzipien aufzudecken, die sich in der Zeit ablösten, historisch bedingt waren oder nicht einmal zur Oberfläche kamen, also mögliche Ursprünge die ihren ersten Schritt nicht überlebten. Das Motiv der Mehrstimmigkeit ist eigentlich ein primitiveres musikalisches Motiv als das der harmonischen Kunst, wird aber hier als “echte Mehrstimmigkeit” fortschrittlich empfunden. Agambens Philosophische Archäologie versucht in der Vergangenheit philosophische Möglichkeiten aufzudecken und mit der Pluralität an historischen Ursprüngen (Mehrstimmigkeit) dem scheinbar einheitlichen – oder harmonischen -Ursprung entgegenzutreten, die dann oft zu einer Relativierung führt, die ja alle an der Postmoderne so sehr kritisieren. Die Wahrheiten haben zumeist nur noch einen historischen oder gar philologischen Wahrheitsgehalt, wobei aber aus alten Denkmustern und Quellen Bezüge zur Gegenwart gezogen werden, so wie der Homo sacer mit dem heutigen Flüchtling verglichen werden kann und somit neue Merkmal des Flüchtling zu tage treten. Deshalb dreht sich die Methode der Archäologie auch um das Thomas Mann’sche Motiv der Kugel, das nicht um sonst vor allem und zu erst in seinem biblischen Roman auftaucht. Es ist nämlich auch ein wesentliches Merkmal des Messianismus.

Agamben beschäftigt sich mit dem Gedanken des Messianismus in Die Zeit, die bleibt, insbesondere mit dem Römerbrief vom Heiligen Paulus, der in letzter Zeit von postmodernen Denkern immer wieder neu gelesen wird. [1]  Der Messianismus besagt, dass mit dem Kommen des Messias oder in der messianischen Zeit sich eine Wiederherstellung des ursprünglichen Paradieses einstellt. Man weiß nicht wie eine solche Tikkum Olam (hebr.: Reparation der Welt) zustande kommen soll, aber wir erkennen hier das selbe Motiv der Kugel, bei dem das Neue gleichzeitig das ursprüngliche ist. Wie bei der “Philosophischen Archäologie” ist es nicht bloß eine Rückkehr zum Früheren, das schnell zum Verhängnis werden kann, sondern ein Neues Zeitalter, in dem wir vom Vergangenen erlöst werden und es dennoch behalten. Die Toten werden wieder zum Leben erweckt und alle werden unsterblich sein – sagt man. Was haben diese abergläubischen – man könnte sagen abstrusen – Gedanken mit Philosophie zu tun?

Agamben bezeichnete Paulus und Walter Benjamin als die größten Messianisten des Abendlandes. Das mag als Polemik erscheinen, da es eine Vielzahl an ernsten Messianisten, wie Sabbatai Zwi in der Bewegungen der Chassiden, gibt, Walter Benjamin sich aber selber nie als Messianisten bezeichnet hatte. ´Doch die Verbindung gibt es, und darum ging es im „Walter Benjamin’s Messianism“ Seminar in Berlin. Dort kommentierte Agamben Benjamins Theologisch-politisches Fragment von 1921, in dem das Politische und Messianische in zwei verschiedene Richtungen deuten. Das erste betrifft das Endliche und hat das Glück als Ziel, das Messianische aber bedarf des Leides und betrifft das Unendliche. Doch die messianischen Gedanken sind ebenso omnipräsent am Ende seines Lebens im Rahmen der geschichtsphilosophischen Thesen, deshalb datierte Adorno fälschlich das Fragment auch in den Umkreis der Thesen.

In Walter Benjamins berühmter „Angelus Novus“ These in Über den Begriff der Geschichte geht er von Paul Klees Engelbild aus, das er damals noch, mit seinem Jugendfreund und jüdischen Kabbalagelehrten Gershom Scholem für wenig Geld in München kaufen konnte. Der Engel scheint sich von einem Punkt zu entfernen, auf den er aber starrt. Dieser Engel soll der Engel der Geschichte sein. Er hat sein Antlitz der Vergangenheit zugewendet, in der sich Trümmer auf Trümmer häufen.

„Er möchte wohl verweilen, die Toten wecken und das Zerschlagene zusammenfügen. Aber ein Sturm weht vom Paradiese her, der sich in seinen Flügeln verfangen hat und so stark ist, daß der Engel sie nicht mehr schließen kann. Dieser Sturm treibt ihn unaufhaltsam in die Zukunft, der er den Rücken kehrt, während der Trümmerhaufen vor ihm zum Himmel wächst. Das, was wir den Fortschritt nennen, ist dieser Sturm.“

Der Trümmerhaufen der Vergangenheit, den dieser Engel wiederzuaufbauen und wiederzubeleben gedenkt, übernimmt die Aufgabe, die eigentlich dem Messias zukommt, der ja bei seinem Kommen die Toten wieder zum Leben erwecken wird.

„Streift denn nicht uns selber ein Hauch der Luft, die um die Früheren gewesen ist? Ist nicht in Stimmen, denen wir unser Ohr schenken, ein Echo von nun Verstummten? Haben die Frauen, die wir umwerben, nicht Schwestern, die sie nicht mehr gekannt haben? (…) Dann ist uns wie jedem Geschlecht, das vor uns war, eine schwache messianische Kraft mitgegeben, an welche die Vergangenheit Anspruch hat.“

Die Theologie, wie sie in Benjamins Gleichnis mit einem unter dem Schachbrett versteckten Zwerg dargestellt wird, ist heutzutage „klein und hässlich“ geworden. Deshalb gibt es auch nur noch eine schwache messianische Kraft, aber es gibt sie und zwar durch die Geschichte hindurch. Die Geschichte ist kein Fortschritt mehr, da Walter Benjamin mit eigenen Augen gesehen hat, wie eine Epoche hinter die vorigen zurück in die primitivste Barbarei fallen kann und die Geschichte wie eine lange Geisterbahn erscheinen lässt. Der optimistische Fortschrittsglaube kann heute nicht mehr Ernst genommen werden und der pessimistische und melancholisch rückwärtsblickende Engel der Geschichte erhebt allein den Anspruch des Erinnern und Andenkens an die Vergangenheit und erfüllt durch das Erinnern die messianische Aufgabe des Wieder-zum-Leben-Bringen der Vergangenheit. So kennt auch die Archäologie keinen Fortschritt, sondern ein Aufdecken alter Möglichkeiten aus der Vergangenheit. Dort liegt die Zukunft.

Nach der sehr kurzen Diskussionsrunde und einer öffentlichen Bekanntgabe eines Bayern von seinem Nicht-Einverständnis zu dem bisher Gesagten, man könne doch gar nicht gegen den Fortschritt sein, sprach Agamben, der vermutlich nichts verstanden hatte, aber ahnte, was da so ungefähr schmarotzt wurde, ein wenig weiter. Er könne sich gar nicht einen Philosophen vorstellen, der an den Fortschritt glaube. Der Idee des Fortschritts sei nur eine Säkularisierung der Heilsgeschichte und wird als unendlicher Fortschritt – da er ja kein Heil und Ziel mehr hat – zu etwas sehr Merkwürdigem und eigentlich Absurden. Dann fragte ein Student aus dem Technikteam aus der hintersten Reihe – sichtlich ein wenig enttäuscht: „Warum drücken sich die Leute, die aus der Tradition der Kritischen Theorie oder Postmoderne kommen, eigentlich so unverständlich aus?“ Zuerst wusste Agamben nicht so recht, ob er antworten solle, oder ob die Frage nicht einfach nur aus Versehen zu laut gestellt wurde und eigentlich dessen Nachbar aus dem Technikteam galt. Hinter der Stille und dem kleinen Gelächter im Publikum überlegte Prof. Garcia-Düttmann seine – immer – anspruchsvolle Bemerkung : „Um der Infantilisierung der Gesellschaft entgegenzusteuern, von der Sie Ausdruck gemacht haben!“ Darauf großes Gelächter und Applaus, der arme Student, der freiwillig im Technikerteam mitgeholfen hat, guckte verlegen in den Raum und machte mit gesenktem Kopf seine Arbeit weiter. Anschließend und tatsächlich schließend fragte noch ein ernsterer Student, ob man denn überhaupt dialektisch denken kann, ohne an den Fortschritt zu glauben. Darauf erinnert Agamben an Benjamins dialektische Bilder, dessen Dialektik sich im Stillstand entfaltet, worauf dann auch alle im Einverständnis nickten und der Saal still wurde, bis dann Agamben aufstand und auf deutsch nochmal –  jetzt zum zweiten Mal – wiederholte: „es ist zu heiß, um zu diskutieren“.

[1] Dominik Finkelde bietet hierfür einen ausgezeichneten Überblick: Politische Eschatologie nach Paulus: Badiou, Agamben, Zizek, Sandner.

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